Megapixelkameras - Fluch oder Segen?

Von nichts anderem wird derzeit soviel gesprochen wie von Megapixelkameras. Doch wozu sind sie gut? Und wann und wo kann ich sie einsetzen?

Zunächst mal eines vorweg: Megapixelkameras schicken sich an, die Videoüberwachung im Ganzen zu revolutionieren. Zum einen erreichen sie nie dagewesene Bildauflösungen (über den wichtigeren Faktor Bildqualität kann man das noch lange nicht immer behaupten), zum anderen ist der Sprung zur netzwerkbasierenden Technologie nicht mehr zu vermeiden, wenn man Megapixelkameras einsetzen möchte.

Wie auch immer man es dreht und wendet, eine Frage muss man bei allen Diskussionen im Hinterkopf haben: Wo hilft mir das Produkt wirklich weiter? Schönere, höher auflösende Bilder zu haben ist zwar nett für's Auge, aber wann bringt es mir etwas? Denn unterm Strich zählt das Ergebnis, und das hat auch einen Kostenfaktor. Also: 

Höher auflösende Kameras verursachen prinzipiell mehr Netzlast im Vergleich mit herkömmlichen Kameras und gleichen Bildraten. Neue Kompressionsverfahren - h.264 - verbessern die Situation, doch das Projekt muss gut durchgerechnet werden

Höher auflösende Kameras benötigen mehr Speicherplatz. Auch hier hilft zwar die sich stetig bessere Komprimierung. Dennoch muss man sich die Eingangsfrage weiterhin stellen. Denn wenn ich außer größeren Bildern nichts habe, komprimiert mir h.264 meine D1-Bilder natürlich genauso gut mit dem Ergebnis, dass ich weniger Netzlast und Aufnahmekapazitäten benötige.

Wann also ergibt der Einsatz wirklich einen Sinn?

Höher auflösende Bilder - Megapixelkameras - erlauben eine viel detailliertere Darstellung der Szene. Im Klartext: Die gleiche Szene mit D1 und mit 3 Megapixel aufgezeichnet, könnte dazu führen, dass ich mit der Megapixelkamera das Kennzeichen des auf der Straße geparkten Autos erkennen kann. Mit der PAL-Auflösung erreiche ich dies nicht. Je höher also ein Bild aufgelöst wird, desto mehr Inhalt kann ich unterbringen - oder mehr Detailtreue. Eine weitwinkling angesetzte Megapixelkamera kann so leicht zwei, unter Umständen auch drei oder vier herkömmliche Kameras ersetzen. In punkto Verkabelungsaufwand und Kamerakosten ein nicht zu vernachläsigende Eigenschaft, die man sich zunutze machen kann. 

Fassen wir kurz zusammen:

+ Höhere Detailtreue (z.B. Kennzeichenerkennung)
+ Höhere Bereichsabdeckung (z.B. Ersetzen mehrerer Kameras)
- Verursacht höhere Netzlast (mehr Bandbreite benötigt)
- Verursacht höhere Aufnahmekapazität (mehr Festplattenspeicher benötigt)
- Höherer Preis

Allgemein bleibt nach redaktionsinternen Tests von Megapixelkameras namhafter Hersteller außerdem festzuhalten, dass durch die höhere Auflösung natürlich auch der Bedarf an guter Beleuchtung gestiegen ist. Einfach so die bisherige Kamera durch eine Megapixelkamera zu ersetzen, kann in's Auge gehen, wenn nicht für ausreichend Beleuchtung gesorgt ist.

Die schöne neue Welt der Megapixelkameras ist also da. Ein Allheilmittel sind sie aber noch lange nicht. Dank ihrer technischen Vorteile werden wir sie aber zukünftig immer häufiger im Einsatz sehen.

Harald Lutz

 

24.08.2009 16:31

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